"Let's get to know each other better" - Motto des Schüleraustausches

Aufgeregt stehen die 20 Schüler, die vom 28.02. bis 04.03.2011 am Schüleraustausch mit dem Gymnasium Nr.1 in Rydultowy teilnehmen, vor dem Schalter von WIZZ – AIR in Dortmund. Vor allem denjenigen, die noch nie geflogen sind, steht die Aufregung ins Gesicht geschrieben: „Was erwartet mich dort oben in der Luft – was in Rydultowy? Wird alles gutgehen? Kann ich mich gut verständigen? Sind die Familien nett? … “ Diese Gedanken gehen fast allen durch den Kopf.
Aber nach dem Start sind wir bald über den Wolken und tauchen in das gleißende Licht der Sonne. Der Blick auf den Wolkenteppich – wie aus Watte gebildet – begeistert. Nach einigen Flugminuten lockert sich die Bewölkung auf, immer größere Ausschnitte in der Wolkendecke zeigen uns eine Mittelgebirgslandschaft, teilweise noch mit Schneeresten.
Der Flug bleibt ruhig wie auch die Landung, nach der uns eine Überraschung erwartet: Ein wirklich kleiner Bus mit nur 22 Plätzen ohne Stauraum für das Gepäck!
Ob Gepäckstücke am Flughafen bleiben müssen? Aber nein! Koffer, Trollies und Reisetaschen werden einfach im Gang verstaut.
Im Gymnasium Nr1 in Rydultowy angekommen, werden wir herzlich begrüßt und umarmt. Natürlich gibt es anschließend sofort etwas zu essen und zu trinken, und zwar ein typisch polnisches Mittagessen: Rouladen mit Rotkohl und Klößen.
Danach besichtigen wir die Schule, die Klassenräume wirken gemütlich, besonders schön sind der Biologieraum und der Klassenraum für Geschichte. Für jedes Fach gibt es einen eigenen Klassenraum oder mehrere z.B. für Mathematik. Unsere Schüler sind erstaunt darüber, dass alle polnischen Schüler sofort aufstehen, wenn wir den Raum betreten. Aber es liegt wohl nur an der Direktorin, die uns stolz ihre Schule zeigt. Überrascht sind wir über 3 Whiteboards / Interactiveboards, die in zwei Mathematikklassen und im Biologieraum benutzt werden.
Später treffen wir uns mit einigen Eltern im großen Gymnastikraum, der nun zum Seminarraum umfunktioniert ist. Dort gibt es leckeren Kuchen, Kaffee und Obstsäfte.
Jetzt erfahren wir auch das Motto der Projektarbeit: „Let`s get to know each other better.“ Die Schüler finden sich in Gruppen zu viert – je zwei polnische und zwei deutsche Schüler – und ziehen aus einem großen Glas die Zettel mit ihrem Thema, für das sie Material sammeln sollen. Die Themen lauten z.B. sport, activities, education, nature, culture.
Bald kommen die Eltern der polnischen Schüler und nehmen ihr „Austauschkind“ mit zu sich nach Hause. Für den Abend haben die polnischen Jungen und Mädchen schon ein Programm vorbereitet: Es wird eine Party bei Bartosz gefeiert, dessen Familie Platz genug für 40 Jugendliche hat.

Der nächste ereignisreiche Tag (Dienstag, 01.03.) ist angebrochen, sonnig, aber kalt.
Mit dem Bus geht es nach Tarnowskie Gory, einem bedeutendem Silber-, Blei-, Zink- und Eisenerzbergbaugebiet. Das seit 1994 geschlossene Bergwerk, heute Museum,  stellt eine Besonderheit dar, wie wir bald hören werden. Zunächst aber müssen alle einen Helm aufsetzen, dann fahren wir mit dem Aufzug unter Tage in ca. 40 Meter Tiefe. Nach den Minustemperaturen empfinden wir die 10 Grad plus als sehr an-genehm. Allerdings sind die Gänge, die die Bergleute in mühevoller Arbeit in den Fels geschlagen haben, schmal, eng und zum Teil so niedrig, dass selbst die Kleineren von uns ihre Köpfe einziehen müssen. Beim interessanten Erzählen unseres Guides bekommen wir einen vage Vorstellung davon, wie schwer die Arbeit unter Tage gewesen sein muss. Das schönste Erlebnis in der Mine steht uns noch bevor: eine Bootsfahrt! Da beim Abbau des Erzes das Wasser ein Problem dargestellt hat, ist es zum Teil hochgepumpt und der andere Teil in unterirdische Kanäle abgeleitet worden. Findige Bergbauingineure sind auf die Idee gekommen, diese Kanäle zum Transport des Abraums zu nutzen, was uns heute zu gute kommt.
Denn so können wir eine unterirdische Bootsfahrt über eine Strecke von 270 Metern genießen. Trotz allen Vergnügens atmen die meisten doch auf, als wir wieder oben sind.
Wasser spielt an diesem Tag weiterhin eine wichtige Rolle. Im nahegelgenen Park Wodny, einem Erlebnisbad, toben sich die meisten Schüler aus. Uns stehen dafür 3 Rutschen, Sole-, Massagebecken, ein Warmwasserbecken, das nach draußen führt, und sogar ein Wellenbad zur Verfügung. Alle halbe Stunde glauben unsere Schüler im Atlantik zu schwimmen und lassen sich von den ca. 70 cm hohen Wellen tragen.
Zwei Stunden später hat der Spaß im Schwimmbad ein Ende und der Hunger ist riesig. Nach einer polnischen Redensart könnten wir jetzt ein „Pferd“ verspeisen.
Das anschließende Mittagessen im Restaurant des Aqua Parks kommt also gerade recht.
Am Abend gibt es für alle Schüler noch eine sportliche Herausforderung: Wer erreicht beim Bowlen die meisten Punkte?

Zum Glück dürfen wir am Mittwoch (02.03.) etwas länger schlafen: Das Treffen in der Schule ist erst um 8.45 Uhr angesagt. Alle Schülergruppen sind bestens vorbereitet und haben schnell ihre Präsentation zu den einzelnen Themen gestaltet. Die Vorstellung und Erläuterungen der jeweiligen Themen gelingt auch in englischer Sprache prima. Alle Gruppen sind viel früher fertig geworden als gedacht, so ist noch Zeit für den Vortrag von Sebastian, einem Organisator des Schüleraustausches, uns Informationen über Rydultowy und der Region zu geben.
Danach haben die Schüler Zeit, Geld umzutauschen, denn am Nachmittag wollen wir uns in der nächst großen Stadt Rybnik treffen. Dort gibt es natürlich einige Sehenswürdigkeiten zu bestaunen, aber auch zwei Einkaufzentren und ein Kino zu besuchen.

©Elisabeth-von-Thüringen-Realschule, Realschule der Gemeinde Reken
mit bilingualem Zweig Englisch und ausgezeichnet als Europaschule
Wilhelmstr. 21 • 48734 Reken Tel.: 02864 94272 • Fax.: 02
864 94273• e-mail:rs-reken@t-online.de • www.rs-reken.de